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Gesundheits- und Krankenpfleger (GUK) & Pflegefachkräfte – Ausbildung und Tätigkeit

Autorin Marion Reiss
Marion Reiß
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Lesezeit ca. 7 Minuten

Die Ausbildung zum GUK – neue generalisierte Pflegeausbildung

Die generalisierte Pflegeausbildung zur Pflegefachkraft ist eine neue Ausbildungsform, die seit dem 1. Januar 2020 in Deutschland eingeführt wurde. Sie ersetzt die bisherigen Ausbildungen zur Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sowie Altenpflege.
Diese neue Art der Pflegeausbildung soll dazu beitragen, die Pflegequalität zu verbessern und den Bedürftigen gerecht zu werden, unabhängig von ihrem Alter oder ihrer spezifischen Pflegesituation.  

Bei der dreijährigen generalisierten Pflegeausbildung werden die drei bisher getrennten Ausbildungen zusammengeführt. Das bedeutet, dass die Auszubildenden während ihrer Ausbildung alle Bereiche der Pflege kennenlernen. Im dritten Ausbildungsjahr können sich die Auszubildenden spezialisieren oder den generalistischen Abschluss Pflegefachkraft wählen. Dieser Abschluss bietet den Vorteil, dass er EU-weit anerkannt wird.

Eine baloop Gesundheits und Krankenpflegerin misst den Blutdruck einer Patientin

Ausbildungsinhalte

Die Ausbildungsinhalte umfassen eine Vielzahl von Themen, die sowohl theoretisch als auch praktisch vermittelt werden. Hier sind die wichtigsten Ausbildungsinhalte:

Anatomie und Physiologie:

Du lernst den Aufbau und die Funktion des menschlichen Körpers kennen, einschließlich der verschiedenen Organsysteme.

Krankheitslehre:

Du erhältst Kenntnisse über häufige Krankheiten und deren Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten.

Pflegeprozess:

Du lernst, wie man den Pflegeprozess plant, durchführt und evaluiert. Das beinhaltet die Erhebung von Pflegediagnosen, die Planung und Durchführung von pflegerischen Maßnahmen und die Beurteilung der Wirksamkeit der Pflege.

Pflegetechniken:

Du wirst in verschiedenen Pflegetechniken geschult wie z. B. Körperpflege, Lagerung und Mobilisation von Patienten, Verbandswechsel, Medikamentengabe und Erste Hilfe.

Kommunikation und Interaktion:

Du lernst, wie man effektiv mit Patienten, Angehörigen und anderen Mitgliedern des Pflegeteams kommuniziert und interagiert.

Ethik und Recht:

Du erhältst Kenntnisse über ethische Grundsätze in der Pflege und die rechtlichen Rahmenbedingungen, die die Pflegepraxis regeln.

Gesundheitsförderung und Prävention:

Du lernst, wie man Patienten bei der Förderung ihrer Gesundheit unterstützt und präventive Maßnahmen ergreift, um Krankheiten vorzubeugen.

Pflege bei speziellen Patientengruppen:

Du wirst in der Pflege von Kindern, älteren Menschen und Menschen mit besonderen Bedürfnissen geschult.

Dokumentation und Qualitätssicherung:

Du lernst, wie man Pflegedokumentationen erstellt und die Qualität der Pflege überwacht und verbessert.

Berufsethik und Selbstreflexion:

Du wird dazu angeleitet, Deine beruflichen Werte und Einstellungen zu reflektieren und ethisch verantwortungsvoll zu handeln.

Der genaue Umfang und die Gewichtung der einzelnen Ausbildungsthemen können je nach Ausbildungseinrichtung und Bundesland variieren.

Voraussetzungen für die generalisierte Ausbildung  

Um die generalisierte Pflegeausbildung zur Pflegefachkraft zu absolvieren, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Hier sind die wichtigsten:

Schulabschluss:

Grundsätzlich benötigst du einen mittleren Schulabschluss (Mittlere Reife). Allerdings reicht ein Hauptschulabschluss aus, wenn Du die Pflegehelfer beziehungsweise Pflegeassistenten Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hast.  

Gesundheitliche Eignung:

Du musst gesundheitlich geeignet sein, um den Anforderungen des Berufs gerecht zu werden. Dies wird in der Regel durch eine ärztliche Untersuchung festgestellt.

Mindestalter:

Das Mindestalter für die Ausbildung zur Pflegefachkraft beträgt in der Regel 16 Jahre. Einige Schulen oder Ausbildungseinrichtungen können jedoch ein höheres Mindestalter festlegen.

Persönliche Eigenschaften:

Du solltest über gute kommunikative Fähigkeiten verfügen, einfühlsam sein und gerne im Team arbeiten. Zudem ist es wichtig, dass Du belastbar bist und auch in stressigen Situationen einen kühlen Kopf bewahren kannst.

Deutschkenntnisse:

Da die Ausbildung und die Arbeit als Pflegefachkraft in Deutschland in deutscher Sprache stattfinden, sind gute Deutschkenntnisse erforderlich. In der Regel wird ein Nachweis über ausreichende Deutschkenntnisse verlangt, zum Beispiel durch ein Sprachzertifikat.

Ausbildungsablauf

Die generalisierte Pflegeausbildung zur Pflegefachkraft besteht aus theoretischem Unterricht und praktischer Ausbildung. Hier ist ein grober Überblick über den Ablauf der Ausbildung:

Theoretischer Unterricht:

Während der Ausbildung besuchst Du regelmäßig die Berufsschule oder eine Pflegeschule, in der Du theoretisches Wissen über die Pflege vermittelt bekommst. Der Unterricht umfasst verschiedene Themen wie Anatomie, Krankheitslehre, Pflegetechniken, Kommunikation und Recht.

Praktische Ausbildung:

Neben dem theoretischen Unterricht absolvierst Du auch praktische Einsätze in verschiedenen Einrichtungen, wie Krankenhäusern, Pflegeheimen oder ambulanten Pflegediensten. Dort wirst Du von erfahrenen Praxisanleitern betreut und lernst die praktische Umsetzung der erlernten Inhalte.

Rotationsprinzip:

Während der Ausbildung wirst Du in verschiedenen Bereichen der Pflege eingesetzt, um ein breites Spektrum an Erfahrungen zu sammeln. Das bedeutet, dass Du sowohl in der Krankenpflege, Kinderkrankenpflege als auch in der Altenpflege tätig sein wirst.

Prüfungen:

Im Laufe der Ausbildung muss Du verschiedene schriftliche und praktische Prüfungen ablegen, um Dein erlerntes Wissen und Deine Fähigkeiten nachzuweisen. Die genauen Prüfungsinhalte und Termine variieren je nach Ausbildungseinrichtung und Bundesland.  

Abschluss:

Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung erhältst Du den Berufsabschluss Pflegefachmann. Mit diesem Abschluss bist Du qualifiziert, eigenverantwortlich in der Pflege zu arbeiten.  

Der Alltag einer Pflegefachkraft ist abwechslungsreich.

Dein Aufgabengebiet als Gesundheits- und Krankenpfleger  

Als GUK arbeitest Du beispielsweise in Krankenhäusern, Reha-Kliniken, Alten- und Pflegeheimen, ambulanten Pflegediensten, Rehabilitationseinrichtungen, Hospizen, psychiatrischen Einrichtungen, Wohnheimen für Menschen mit Behinderung oder in der Kurzzeitpflege und hast hier eine Vielzahl von Aufgaben:

Pflegeplanung- und -durchführung

Du erstellt individuelle Pflegepläne für jeden Patienten, basierend auf ihren Bedürfnissen und medizinischen Anforderungen. Du führst die geplanten Pflegemaßnahmen durch wie z. B. Körperpflege, die Verabreichung von Medikamenten, die Wundversorgung und die Überwachung von Vitalzeichen.  

Beobachtung und Dokumentation

Du überwachst den Gesundheitszustand der Patienten und dokumentierst alle relevanten Informationen, wie z. B. Veränderungen in den Vitalzeichen, Symptome oder Nebenwirkungen von Medikamenten. Diese Informationen sind wichtig für die Diagnosestellung und die Behandlungsplanung.

Unterstützung bei der Mobilität

Viele Patienten benötigen Hilfe bei der Bewegung, sei es aufgrund von Krankheit, Verletzung oder nach einer Operation. Als GUK unterstützt Du die Patienten bei der Mobilisation, z. B. beim Aufstehen, Gehen oder Umlagern im Bett.

Medikamentenverwaltung

Du bist verantwortlich für die Verabreichung von Medikamenten gemäß ärztlicher Anweisung. Dies umfasst die richtige Dosierung, die Überwachung von Nebenwirkungen und die Aufklärung der Patienten über die Einnahme von Medikamenten.

Patienten- und Angehörigenbetreuung

Du steht den Patienten und Angehörigen als Ansprechpartner zur Verfügung und beantwortest Fragen, gibst Informationen und bietest emotionale Unterstützung. Du trägst dazu bei, dass sich die Patienten sicher und gut betreut fühlen.

Zusammenarbeit im interdisziplinären Team

Als Pflegefachmann arbeitest Du eng mit Ärzten, Therapeuten und anderen Gesundheitsfachkräften zusammen, um eine ganzheitliche Versorgung der Patienten sicherzustellen. Du kommunizierst relevante Informationen, tauscht Dich über den Gesundheitszustand der Patienten aus und arbeitest gemeinsam an der Behandlungsplanung.

Warum Du als Pflegefachkraft gut in der Pflege aufgehoben bist

In den letzten Jahren hat sich das Bewusstsein für die Bedeutung der Pflege und die Wertschätzung der Pflegekräfte in der Gesellschaft gewandelt. Dies hat zu einer gesteigerten Anerkennung und Wertschätzung des Berufs geführt.

Gesundheits- und Krankenpfleger, Krankenschwestern, Pflegefachfrauen und -männer sind stark nachgefragt und haben gute Karrierechancen. Der Grund ist vor allem ein hoher Fachkräftemangel in der Pflege, der sich in Zukunft voraussichtlich noch verstärken wird.  

Pflegefachkräfte müssen über ein fundiertes Fachwissen verfügen, um die Bedürfnisse der Patienten zu verstehen und angemessene Pflegeleistungen zu erbringen. Ihre Expertise und ihr Beitrag zur Patientenversorgung werden hoch geschätzt.

Der Beruf der Pflegefachkraft bietet vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten und Karriereperspektiven. Es gibt Weiterbildungsmöglichkeiten, um sich in speziellen Bereichen der Pflege zu spezialisieren oder in Führungspositionen aufzusteigen.  

Insgesamt wird der Beruf des Gesundheits- und Krankenpflegers und Pflegefachmanns auch in Zukunft an Bedeutung gewinnen und eine hohe Wertschätzung erfahren.  

Dein Vorteil als Gesundheits- und Krankenpfleger (GUK) bei baloop

Wenn Du als Pflegefachkraft bei baloop beschäftigt bist, kannst Du in verschiedenen Pflegeeinrichtungen arbeiten und somit Dein Fachwissen und Deine Fähigkeiten in unterschiedlichen Bereichen der Pflege einsetzen und weiterentwickeln. Du kannst Deine Arbeitszeiten flexibel gestalten und hast die Möglichkeit, Deine Einsatzorte und Zeiten mit uns abzustimmen.  

Mit dem Online-Gehaltsrechner erhältst Du nach der Angabe Deiner Qualifikation und Deinen gewünschten Rahmenbedingungen ein mögliches Bruttogehalt für Deine Arbeit bei baloop.  

Mehr zu den Vorteilen von baloop findest Du hier.

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