Barbara Burghardt, Coach in Hannover

Hier können Sie mein Interview bei Radio Leinehertz Hannover anhören.

Mein Weg durchs (Berufs-)Leben

Wenn ich auf mein bisheriges Leben schaue, sehe ich vor allem eines: viel Bewegung. Das scheint der rote Faden zu sein, dem ich - zuweilen durchaus widerwillig - folge.

Nach vielen Versuchen, Erfolgen, Krisen und gelungenen Neuanfängen ist mir deutlich geworden: das Leben ist kompliziert und intensiv - und kann glücklich machen.

Dabei fing alles ganz gradlinig an. Nach dem Abitur habe ich in Köln eine Ausbildung zur Buchhändlerin gemacht, ein Plan, den ich schon mit 16 Jahren gefasst hatte.

Nach der Ausbildung begann ich, ebenfalls wie geplant, in Bonn das Studium der Musikwissenschaften und traf nach zwei Jahren auf meine erste Weggabelung: ein anspruchsvolles Studium mit mageren Berufsaussichten... will ich das?

Ich wollte es nicht und studierte daraufhin von 1994 bis 1998 in Hannover Bibliothekswesen. Ein recht trockenes Studium, in dem ich vor allem meine strukturellen und organisatorischen Fähigkeiten einbringen konnte. Währenddessen die Entscheidung: Bloß keine Festanstellung...

Nach dem Studium also der Schritt in die Selbstständigkeit als Informationsmanagerin. Optimismus, Zweifel, Motivation, Geldsorgen, Akquise, Aufträge. Es lief. Lief gut. Lief besser.

2000 kam von der Fachhochschule das Angebot für eine feste Stelle als Dozentin. Irritation. Soll ich die Selbstständigkeit aufgeben? Kann ich das denn - Dozentin? Und will ich das überhaupt?

Ich nahm als Kompromiss eine halbe Stelle an, die Firma lief also weiter. Ich arbeitete vier Jahre lang als Dozentin, hatte tolle Studenten, liebenswerte Kollegen, anstrengende Stunden, Erfolgserlebnisse. Und ich wurde immer unglücklicher.

Erneute Irritation. Zurück in die Selbstständigkeit? Eine unbefristete Stelle im Öffentlichen Dienst kündigen? War ich denn wahnsinnig?

Ich kündigte, bekam neue Aufträge, lebte von der Selbstständigkeit - aber ich hatte die Begeisterung für meine Tätigkeit verloren.

Was also war meine Berufung?

Ende 2005 stellte ich mich dieser Suche mit neuer Entschlossenheit. Ich tastete nach alten Träumen und entdeckte neue Vorstellungen. 2006 begann ich mit der Ausbildung zum Coach. Der Moment, in dem ich merkte "hier bin ich richtig!" war wie ein Tor, das sich öffnet. Seitdem habe ich weitere Fort- und Weiterbildungen gemacht, habe 2007 BaloopCoaching gegründet, bin nach und nach zu einem professionellen Coach geworden - und bin mir sicher: "Das ist mein Beruf!"

Holprige Strecken, der ein oder andere Umweg, unerwartete Sackgassen und überraschende Auswege. Ich gehe meinen Weg weiter in der wohltuenden Gewissheit: Was mir nicht gut tut, kann verändert werden. Und was gut tut, darf bleiben.